Abriss der Knauf-Interfer-Halle. Von links nach rechts: Planungsdezernent Ludger Wilde, d-port21-Prokuristin Betül Özcan, Ludger Schürholz, Uwe Büscher und Jörg Jacoby (alle d-Port21-Geschäftsführung) Foto: Claudia Posern/DSW21

Teilabriss der ehemaligen Knauf-Interfer-Halle beginnt

Meilenstein für die Quartiersentwicklung Speicherstraße

Mit dem Start der Abrissarbeiten an der ehemaligen Knauf-Interfer-Halle nimmt die Quartiersentwicklung an der nördlichen Speicherstraße des Dortmunder Hafens Fahrt auf. Bis Ende des Jahres werden weite Teile der rund 27.000 Quadratmeter großen Halle abgetragen. Erhalten bleiben wird das Stahlgerüst des 26 m x 230 m großen Mittelschiffs, das aus zwei Teilen bestehend in den 50er bzw. 60er Jahren errichtet wurde. Das Mittelschiff soll künftig ein Dach aus transparentem Material erhalten und als zentrales Gestaltungselement das Areal an der nördlichen Speicherstraße maßgeblich prägen.
Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund: „Der Teil-Abriss der ehemaligen Knauf-Interfer-Halle steht sinnbildlich für den dynamischen Wandel im Randbereich des Dortmunder Hafens und die damit einhergehende Aufbruchstimmung.“ Und Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde ergänzt: „Lange hat die ausladende Industriehalle das Erscheinungsbild an der nördlichen Speicherstraße dominiert. Nun entsteht hier ein modernes Digitalquartier mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Dortmunder*innen.“ Als Brückenschlag zur Vergangenheit wird ein Kran aus der ehemaligen Halle erhalten bleiben.
Offenes Areal mit kleinteiligen Baueinheiten
Der Entwurf des Kopenhagener Planungsbüros COBE, der beim Wettbewerb zur städtebaulichen Rahmenplanung Anfang 2020 bei der Jury vollends überzeugt hatte, sieht unter dem transparenten Dach des Mittelschiffs in Zukunft ein offenes Areal mit kleinteiligen, ein- bis zweigeschossigen Baueinheiten vor. Diese könnten etwa für Gastronomie, Kultur oder Start-up-Unternehmen bereitstehen.Attraktive und autofreie Begegnungsflächen sollen diesen Bereich direkt umgeben. Weiter westlich am Schmiedinghafen sind entlang einer neu entstehenden Promenade größere Gebäude angedacht, während in östlicher Richtung zur Kleingartenanlage hin kleinteiligere Bauten vorgesehen sind.
Das Bebauungsplanverfahren ist im vergangenen Herbst unter großer öffentlicher Beteiligung angelaufen. Die Offenlage des Plans erfolgt nun voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021. Im nächsten Jahr soll dann der Rat den Bebauungsplan final beschließen. Verantwortlich für die städtebauliche Entwicklung der nördlichen Speicherstraße und die wirtschaftlich tragfähige Vermarktung der Grundstücke ist die Entwicklungsgesellschaft d-Port21. Das Tochterunternehmen von DSW21 und Dortmund Hafen verantwortet nun auch federführend den Teilabriss der ehemaligen Knauf-Interfer-Halle.
Teilabriss birgt Herausforderungen
„Die Trennung des Mittelschiffs von den übrigen Hallenteilen muss mit großer Sorgfalt und erschütterungsfrei erfolgen, damit die Statik nicht belastet wird“, skizziert Uwe Büscher, Vorstand von Dortmund Hafen und Geschäftsführer von d-Port21, die Herausforderungen. Jörg Jacoby, DSW21-Finanzvorstand und ebenfalls d-Port21-Geschäftsführer: „Wir werden natürlich bei allen Arbeitsschritten genau darauf achten, dass die Beeinträchtigungen für die Anwohnerschaft so gering wie möglich ausfallen.“ Und Ludger Schürholz, der dritte d-Port21-Geschäftsführer im Bunde, ergänzt: „Dementsprechend kommen beim Abriss schallgedämmte Baumaschinen und Geräte zum Einsatz. Zur Staubminimierung wird die abzureißende Bausubstanz kontinuierlich gewässert.“
Weitere Veränderungen in der Speicherstraße
Bei dem Teil-Abriss der ehemaligen Knauf-Interfer-Halle handelt es sich um das größte Einzelprojekt im neuen Quartier. Parallel laufen in der Speicherstraße derzeit die Bauarbeiten für die Projekte „Leuchtturm“ und „Heimathafen“. Zusätzlich sind in der nördlichen Speicherstraße neue gastronomische Angebote zur Zwischennutzung in Vorbereitung.

Bürger*innen-Dialog erfährt weiter viel Zustimmung

Hafenquartier Speicherstraße:
Bürger*innen-Dialog erfährt weiter viel Zustimmung

Fast 100 Teilnehmende. Viele Fragen und Anregungen. Eine konstruktive Diskussion. Auch die erste und wiederum digitale Auflage des Bürger*innen-Dialogs zum Hafenquartier Speicherstraße im Jahr 2021 zeigte am Mittwoch (10. März) das große Interesse der Öffentlichkeit an einem der zweifellos spannendsten Dortmunder Stadtentwicklungs-Projekte. Am Ende gab es Lob für die Transparenz und das Format. „Ich finde es klasse, dass sich hier so viele engagierte Menschen beteiligen. Das ist ein wunderbarer Prozess, den ich so selten erlebt habe“, befand einer der Teilnehmenden. Ein anderer würdigte die Planungen auch inhaltlich: „Ein insgesamt schlüssiges Konzept mit tollen Ideen.“

Ideen, die zum Teil aus dem ganz früh gestarteten Beteiligungsprozess resultieren. Und Ideen, die in den kommenden Monaten im Detail noch verfeinert werden sollen und müssen. Darauf wies auch Oberbürgermeister Thomas Westphal hin. Initiiert hatte er die Dialoge noch als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Nun setzt er sie als Stadtoberhaupt fort – und zeigte sich eingangs mit dem Fortschritt im Projekt hochzufrieden. Was in der Diskussion erneut deutlich wurde: Zukunftsweisende, nachhaltige Lösungen für Verkehr/Mobilität und Klimaschutz sind zentrale Anliegen der Bürger*innen.

Große Fortschritte an der südlichen Speicherstraße

Das „Leuchtturm“-Gebäude am Südzipfel der Speicherstraße könne voraussichtlich schon im September eröffnet und der „Heimathafen“ im Herbst 2022 fertiggestellt werden, erläuterte Thomas Westphal. Parallel laufen der in Kürze beginnende Bau der Akademie für Theater und Digitalität (geplante Fertigstellung: Mitte 2022) und der Umbau des öffentlichen Raums. Aus Westphals Status-Quo-Bericht und Ausblick wurde deutlich: Ab Frühjahr wechseln sich Spatenstiche, Richtfeste und Eröffnungen in munterer Folge ab. Er freue sich auf diese Dynamik, so der OB – und hoffe, dass Corona es bald zulasse, solche Anlässe dann auch wieder vor Ort und in Präsenz zu feiern. Schon zum Herbst 2022 hin werde die südliche Speicherstraße ein ganz anderes Gesicht haben als heute.

Und auch an der nördlichen Speicherstraße – dort zeichnet die d-Port21 Entwicklungsgesellschaft, eine Tochter von DSW21 und Hafen AG verantwortlich – geht es schon in den nächsten Tagen mit dem Teilabriss der früheren Knauf-Interfer-Halle los. Das Mittelschiff der riesigen Halle wird bekanntlich erhalten und als zentrales Gestaltungselement in die städtebauliche Rahmenplanung des Kopenhagener Büros COBE integriert.

Den Fahrplan für den erforderlichen Bebauungsplan skizzierte Birgit Niedergethmann, stellvertretende Leiterin des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes. Das Verkehrsgutachten sei in Arbeit. Erste Ergebnisse der Expertise, die auch so genannte Worst-Case-Szenarien berücksichtige, lägen vor. Auf der Basis werde dann ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Schallschutzgutachten, Entwässerungsplanung, ein Umweltbericht sowie ein Energie- und Klimakonzept seien weitere Bausteine, die hinzugefügt werden müssen, ehe voraussichtlich Ende dieses Jahres die Offenlage erfolge. In 2022 soll der Rat dann den Bebauungsplan beschließen.

Konstruktive Anregungen aus der Bürgerschaft

Was sich die Bürger*innen wünschen, wurde am Mittwoch noch einmal sehr deutlich: nachhaltige Konzepte. Autofreiheit im Quartier, ein nutzerorientiertes ÖPNV-Angebot, Photovoltaikanlagen und Dachbegrünungen. Thomas Westphal, Birgit Niedergethmann sowie Hafen-Chef Uwe Büscher und DSW21-Finanzvorstand Jörg Jacoby als Vertreter von d-Port21 sicherten zu, diese Aspekte einzuspielen. Den Bau der H-Bahn von Dorstfeld über das SmartRhino-Gelände bis zum Hafen meine er sehr, sehr ernst, so der OB. Eine Kita mit drei Gruppen, so Niedergethmann, sei geplant. Für Photovoltaik könne man möglicherwiese sogar eine Quote verbindlich festlegen. Und selbstverständlich, erklärte Jacoby, werde DSW21 das „Quartier für alle“ mit passgenauen ÖPNV-Angeboten optimal anschließen. Die Themen Verkehr und Mobilität stehen schon beim nächsten Bürgerdialog, den OB Thomas Westphal für den 14. Juni angekündigt hat, wieder auf der Tagesordnung.

Viele Dinge sind im Fluss. Nur ein Anliegen wird sich nicht umsetzen lassen: die Schaffung von neuem Wohnraum. Auch nicht in Randlagen, auch nicht in zweiter oder dritter Reihe. Für die Wohngebäude, die dort zum Teil seit Jahrzehnten stehen, gelte der Bestandsschutz. Für Neubauprojekte, so Birgit Niedergethmann, sei die Nachbarschaft zum Industriegebiet Hafen jedoch ein Ausschlusskriterium. Diese beiden Pole bekomme man planungsrechtlich nicht zusammen.

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Hintergrund nördliche Speicherstraße:
Vorrangig mit ganz neuen Gebäuden wollen die Stadt Dortmund und d-Port21 die nördliche Speicherstraße städtebaulich entwickeln und dabei auch wirtschaftlich tragfähig vermarkten. Im Zuge des nun startenden Bebauungsplanverfahrens sollen die größtenteils brachliegenden Flächen wieder nutzbar gemacht werden – vor allem für die Bereiche Büro, Bildung, Gastronomie und Gewerbe. Gleichzeitig sind frei nutzbare Freiflächen für die Öffentlichkeit vorgesehen, mit denen der gesamte Bereich stimmig in seine direkte Umgebung eingebettet wird.

Wir haben einen Plan

Im Menüpunkt downloads gibt es jetzt auch für alls Interessierten am Projekt d-port21 die Planzeichnungen im Vorentwurf sowie das städtebauliche Gesamtkonzept. Diese bildeten auch die Grundlage für die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger.

Entwurf aus dem Cobe-Plan für den neuen Bereich am Hafen

400 Teilnehmende beim digitalen Bürger*innen-Dialog

Unter dem Motto „beständig – digital – kreativ“ wird das neue Hafenquartier Speicherstraße am Dortmunder Hafen entwickelt. Im Rahmen eines Bürger*innen-Dialogs, der wegen der Corona-Pandemie digital stattfinden musste, informierten die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund und das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft d-Port21 am 28. Oktober 2020 über den aktuellen Planungsstand. Dabei standen der Vorentwurf des Bebauungsplans für die nördliche Speicherstraße und die am 2. November beginnende frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit im Fokus. Zwischenzeitig bis zu 400 Interessierte schalteten sich in verschiedenen sozialen Netzwerken zu und hatten die Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und künftige Oberbürgermeister Thomas Westphal fasste zunächst den Entwicklungsstand der südlichen Speicherstraße zusammen. Anders als ihr nördliches Pendant befinde sich diese bereits in der Umsetzungsphase, welche im Wesentlichen durch den Umbau von Bestandsgebäuden geprägt sei. Westphal ging auch auf die Containerbar „Umschlagsplatz“ und die „Bergmann Brauerei“ ein: Diese werden sich im Rahmen einer Zwischennutzung in unmittelbarer Nähe zum Eventschiff „Herr Walter“ ansiedeln. „Wenn alles glatt läuft, haben wir schon im nächsten Frühjahr an dieser Stelle eine kleine Gastro-Meile.“

Dann stand aber der Planungs- und Entwicklungsprozess der nördlichen Speicherstraße im Mittelpunkt: Beim Wettbewerb zur deren städtebaulicher Rahmenplanung, in die Anregungen aus einer Bürger*innen-Werkstatt eingeflossen waren, hatte sich Anfang des Jahres das dänische Planungsbüro Cobe aus Kopenhagen durchgesetzt. Deren einstimmig gekürter Siegerentwurf war im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Feedback ausdrücklich erwünscht
Der Rat der Stadt Dortmund hatte daraufhin im Juni die Aufstellung des Bebauungsplans „InN 246 - Hafenquartier Speicherstraße“, der für die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts notwendig ist, beschlossen. Die Vorstellung des dazugehörigen Vorentwurfs bei diesem digitalen Bürger*innendialog markierte nun zugleich den formellen Auftakt des offiziellen Bebauungsplanverfahrens, wie Planungsdezernent Ludger Wilde erläuterte.
„Stellen Sie Fragen und bringen Sie Ihre Anregungen mit ein“, ermunterte er die Zuschauer*innen zur Beteiligung und verwies dabei auf die Website der Stadt Dortmund (dortmund.de) und die zentrale E-Mail-Adresse speicherstraße@dortmund.de. Die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung sei vom 2. bis zum 13. November terminiert. Im nächsten Jahr würde dann der vorläufige Bebauungsplan für sechs Wochen öffentlich ausgelegt.

Attraktive Freiflächen und begrünte Dachterrassen
Bevor er im Anschluss skizzierte, wie der Cobe-Entwurf in Planungsrecht umgesetzt werden könne, strich Stadtplaner Martin Bauer noch einmal die Kernideen der dänischen Planer*innen heraus: eine Promenade entlang des Schmiedinghafens, ein transparentes Dach über einem offenen Areal mit Container-Lösungen, attraktive Freiflächen und Aufenthaltsbereiche, Landmarken wie das Raiffeisen-Silo und eine Drehbrücke über dem Hafenbecken. Weitere Highlights könnten begrünte Dachflächen sowie Dachterrassen mit Spiel- und Freizeitbereichen sein.

Im Vorentwurf des Bebauungsplans war dann die erste Aufteilung zwischen öffentlichen und privaten Flächen zu sehen. Außerdem gab dieser Aufschluss darüber, welche grundsätzlichen Nutzungen oder Geschoss-Höhen an der nördlichen Speicherstraße erlaubt sein sollen. In diesem Zusammenhang erwähnte Martin Bauer auch die vorgenommenen Anpassungen am Cobe-Entwurf: So seien im gesamten Areal nun insgesamt drei statt zwei höhergeschossige Gebäude möglich, die Gebäude entlang der Promenade könnten vier- statt dreigeschossig gebaut werden. „Wir sind sehr, sehr nah am eigentlichen Entwurf geblieben“, sagte Thomas Westphal dazu. „Den Grundgedanken einer offenen und lebendigen Bebauung behalten wir in jedem Fall bei.“

Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen
Bei der sich anschließenden Fragerunde wurden unterschiedlichste Themen wie Verkehrs- und Energiekonzepte, das Nutzungsspektrum sowie die ÖPNV-Anbindung angesprochen. Als es um die Wirtschaftlichkeit des ganzen Projektes ging, betonte Uwe Büscher, Hafenchef und einer der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft d-Port21: „Flächenerschließung und -entwicklung kosten Geld. Wir gehen dabei gerne in Vorleistung, müssen aber unsere Investitionen durch die Vermarktung zurückverdienen, damit unsere Unternehmen – DSW21 und Dortmund Hafen – für die Bürger*innen der Stadt leistungsfähig bleiben und ihren Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge weiterhin uneingeschränkt nachkommen können.“
Den Livestream zum digitalen Bürger*innendialog gibt es auf youtube.

Zum Hintergrund: Vorrangig mit ganz neuen Gebäuden wollen die Stadt Dortmund und d-Port21 die nördliche Speicherstraße städtebaulich entwickeln und dabei auch wirtschaftlich tragfähig vermarkten. Im Zuge des nun startenden Bebauungsplanverfahrens sollen die größten Teils brachliegenden Flächen wieder nutzbar gemacht werden – vor allem für die Bereiche Büro, Bildung, Gastronomie und Gewerbe. Gleichzeitig sind frei nutzbare Freiflächen für die Öffentlichkeit vorgesehen, mit denen der gesamte Bereich stimmig in seine direkte Umgebung eingebettet wird.

d-port21 - der Film

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